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Zukunftswerkstatt für die Fachkräftesicherung im Landkreis

Der Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft wird in den kommenden Jahren eine große Rolle auf dem Arbeitsmarkt spielen. Schaut man sich den demografischen Wandel und die vom Land Hessen aufgestellten Berufsprognosen für den Landkreis Limburg-Weilburg an, zeichnet sich dabei ein klares, aber kein leichtes Bild ab. Über 8.000 Fachkräfte werden bis zum Jahr 2028 im Landkreis Limburg-Weilburg fehlen, verteilt vor allem auf Sektoren wie Handwerk, Gesundheitswesen und Erziehung. Um dieser Tendenz gemeinsam entgegenzuwirken wurden Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wirtschaft zu einer gemeinsamen „Zukunftswerkstatt“ an einen Tisch geholt.

Die Wirtschaftsförderung Limburg-Diez organisierte gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HSMI) und dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität Frankfurt am Main (IWAK) Ende September eine gemeinsame Veranstaltung in Limburg. Konzipiert war dieser Tag als sogenannte „Zukunftswerkstatt“ im Rahmen der von der Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen ins Leben gerufenen und mit dem IWAK durchgeführten Hessischen Fachkräfteinitiative „Zukunftsgerecht und regional“.

„Die Fachkräftesicherung wird eine zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren darstellen“, stellte Landrat Michael Köberle bei der Eröffnung der Zukunftswerkstatt fest. „Ein Schulterschluss aller Akteure in der Region ist von enormer Bedeutung. Mit der heutigen Zukunftswerkstatt wird der richtige Weg eingeschlagen, um gemeinschaftlich an Lösungen zu arbeiten und den Arbeitsmarkt im Landkreis zukunftsfester aufzustellen.“ erläuterte Köberle und stellte zufrieden auch die breite Beteiligung von Handelskammer, Schulen, Betrieben, Politik und weiteren Institutionen an der Zukunftswerkstatt fest.

Neben Impulsvorträgen durch Frau Dr. Christa Larsen (Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur) und Frau Claudia Wesner (Hessische Ministerium für Soziales und Integration) hatten die Teilnehmenden an der Zukunftswerkstatt auch die Möglichkeit, sich in Kleingruppen und Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen über Lösungsvorschläge und Maßnahmen auszutauschen. Insgesamt wurden vier Handlungsfelder analysiert: „Berufsausbildung“, „Potenziale von Zielgruppen“, „Kompetenzentwicklung und Nachfragesenkung“ sowie „Regionale und Arbeitgeber-Attraktivität“. Dabei stand die zentrale Frage im Vordergrund, welche Bedarfe es in den jeweiligen Handlungsfeldern gibt und welche Maßnahmen und Lösungen möglich sind um diese Bedarfe zu befriedigen. In kleinen Arbeitsgruppen wurden die bestehenden Maßnahmen hinterfragt und neue Ideen für weitere Handlungsansätze entwickelt. Im Nachgang wurde die einzelnen, erarbeiteten Möglichkeiten sowie der Ist-Zustand in der großen Runde besprochen und vorgestellt.

„Das Ergebnis aus dieser Zukunftswerkstatt zeigt deutlich auf, dass die Region Limburg-Weilburg bereits auf eine große Bandbreite an Maßnahmen zurückgreifen kann, die diesem Mangel entgegenwirken können.“ stellt Lars Wittmaack, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez, fest und fährt fort: „Die regionale Attraktivität besser darzustellen wird ein wichtiger Faktor sein, da alle Landkreise in Hessen mit einer ähnlichen Problematik in den nächsten Jahren kämpfen werden. Wir müssen noch stärker herausstellen, welche Stärken wir haben und welche Möglichkeiten bereits vorhanden sind.“ Auch Pedro Paredes Cuadrado, Projektleiter Wirtschaft und Innovation bei der Wirtschaftsförderung, ergänzt: „Bei den Fachkräften muss die Botschaft ankommen: Limburg-Weilburg ist ideal für Arbeit, Leben und Bildung. Die Betrachtungsweise muss daher ganzheitlich sein. Und alle Teilnehmer waren sich heute einig: man muss und kann gemeinsam was bewegen.“

Als nächster Schritt werden alle Ergebnisse aus der Zukunftswerkstatt durch das Team der Fachkräftestrategie bei der Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez geprüft. Gezielt werden dann mit Partnern weitere Maßnahmen auf dem Weg gebracht, um die erarbeiteten Inhalte fortzuführen und zu verstetigen.

Den Weg in die Selbständigkeit gestalten

Der 26. Limburger Gründerabend findet am Donnerstag, 20. Juli, 18.30 bis 21 Uhr, in der IHK Limburg, Walderdorffstr. 7, statt. In einem Fachvortrag gibt es Tipps für Neugründer und solche, die es werden wollen. Die Besucher können sich an 18 Beratungsinseln individuell von Banken, Sozialversicherungsträgern, Steuerfachleuten, Wirtschaftsjunioren und Netzwerkern individuell beraten lassen. Zudem stellen sich drei Existenzgründer in einer moderierten Diskussion vor und berichten ausführlich über ihre Erfahrungen im Gründungsprozess.

Einer dieser Gründer ist Björn Zell. Der 41jährige Eschhofener hat im vorigen Jahr das 1960 von seinem Großvater gegründete Fliesenlegerfachgeschäft in dritter Generation übernommen. Seither hat sich für den zweifachen Familienvater vieles geändert. Weniger Zeit für Familie, Ehrenamt und Hobbies, mehr Verantwortung für sechs übernommene Mitarbeiter und der Anspruch, stets perfekte Arbeit für die Kunden abzuliefern, sind nur einige der Herausforderungen, von denen er am 20. Juli berichten wird.

Veranstalter des Gründerabends sind die Industrie- und Handelskammer Limburg, Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez sowie die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Weitere Informationen gibt es im Netz unter shorturl.at/huD79. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Limburgerin erfüllt sich mit Firmengründung Lebenstraum

Gemeinsame Pressemitteilung der Veranstalter des 26. Gründerabends

Rückblende: Januar 2021, Corona-Krise. Staaten riegeln hermetisch ihre Grenzen ab. Die Flugzeuge bleiben größtenteils am Boden. Am Himmel sind nur vereinzelt Kondensstreifen zu sehen. Luftfahrt- und Tourismuspersonal wechselt Beruf und Branche. In Hotels, an Stränden oder in Nationalparks herrscht gähnende Leere. In der Presse liest man über Pleitewellen von Reisebüros und Urlaubsveranstaltern. Ausgerechnet jetzt entscheidet Kristina Bach, sich mit ihrem mobilen Reisebüro ,AusZeit‘ selbständig zu machen. War es Verzweiflung? „Nein, ganz im Gegenteil“, betont die Limburgerin. „Es war genau der richtige Moment, meinen Lebenstraum zu erfüllen“, lächelt sie jeden Zweifel weg.

Darauf vertraut, dass die Leute nach den Entbehrungen ihre Reiseträume realisieren Die Reiseverkehrskauffrau beendete 2009 auf dem Höhepunkt der damaligen Wirtschafts- und Finanzkrise ihre Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. Wie alle dreißig anderen Jahrgangskollegen erhielt sie die Kündigung. Es folgte ein Studium im Kommunikations- und Medienmanagement sowie eine erfolgreiche Arbeit als Kommunikationschefin einer international agierenden Stiftung. Im Laufe der Jahre baute sie ihr Team von zwei auf 18 aus. Mit der Geburt ihrer Tochter kam die Zäsur. Mitten in der Corona-Krise erfüllte sie ihren lang gehegten Wunsch vom eigenen Reiseunternehmen. „Natürlich war das tricky und es gab auch Bedenken von verschiedener Seite. Mein Mann war von meiner Idee überzeugt und hat mich in jeder Phase unterstützt. Nüchtern betrachtet konnten die Leute ihr Geld in der Krise ja nicht ausgeben. Ich habe darauf vertraut, dass sie sparen und nach den ganzen Entbehrungen ihre großen Reiseträume realisieren wollen.“

Erfolg im gesamten deutschsprachigen Raum Im August 2021 war es dann soweit: Dank der Gewährung des Gründungszuschusses der Limburger Arbeitsagentur konnte sie noch vor der Wende auf dem Tourismusmarkt in Ruhe Technik, Logistik und Marketing aufbauen. Als die Beschränkungen nach und nach fielen, Reisen wieder möglich wurden, war sie optimal vorbereitet. Kristina Bachs Rechnung ist aufgegangen. Weil viele Menschen weder Zeit, noch Nerven haben, sich im Dschungel der Internetangebote zurechtzufinden oder eines der verbliebenen Reisebüros aufzusuchen, boomt das Geschäft der Gründerin. Ihre Reiseangebote sind bis ins Detail auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden maßgeschneidert. Insbesondere Familien nehmen ihr Beratungsangebot in Anspruch. „Ich habe während meiner Jobs selbst sehr viel Zeit in Asien und Afrika verbracht. Diese sehr persönlichen Erfahrungen kann ich an meine Kunden weitergeben. In vielen der angebotenen Hotels und Gästehäusern habe ich selbst geschlafen“, berichtet sie weiter. Die umtriebige Unternehmerin kann wie alle anderen Reisebüros auf sämtliche Buchungs- und Reiseportale zugreifen. Ihre Kommunikation erfolgt telefonisch, online, per Email, über soziale Netzwerke, WhatsApp, Videoberatung oder auf Wunsch auch im persönlichen Gespräch beim Kunden oder in einem Cafe. Auch während der Reise können die Urlauber die Reiseexpertin jederzeit kontaktieren. Ihre Kunden kommen inzwischen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Neben der unternehmerischen Freiheit genießt Kristina Bach, dass sie Beruf und Familie in diesem neuen Arbeitsformat perfekt kombinieren kann. Zudem könne das Unternehmen mit dem Alter ihrer Tochter weiter wachsen.

26. Gründerabend am 20. Juli in Limburg

Wer sich ebenfalls mit dem Gedanken einer Firmengründung oder -übernahme trägt, kann sich am Donnerstag, 20. Juli, ab 18.30 Uhr in der IHK Limburg beim 26. Limburger Gründerabend kostenlos von Experten beraten lassen und Vorträge besuchen. Dort werden neben Kristina Bach auch zwei weitere Existenzgründer über ihren Start in die Selbständigkeit berichten. Veranstaltet wird der Gründerabend von der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, IHK Limburg, Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez und der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar.

Gründerabend in Limburg

In einem Fachvortrag gibt es Tipps für Neugründer und Unternehmensnachfolger und solche, die es werden wollen. Zudem stellen sich Existenzgründer in einer moderierten Diskussion vor und berichten ausführlich über ihre Erfahrungen im Gründungsprozess. Letztlich können sich die Teilnehmer an Beratungsinseln individuell beraten lassen. Veranstalter des Gründungstages sind die Industrie- und Handelskammer Limburg, Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez sowie die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Weitere Informationen gibt es im Netz unter Gründertag Limburg – Facebook und unter Gründertag Limburg 2023 am 20. Juli ab 18:30 Uhr – IHK Limburg

Der 25. Limburger Gründertag findet am Donnerstag, 20. Juli, 19:30 bis 21.30 Uhr, in der IHK Limburg, Walderdorffstr. 7, statt.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

4,725 Millionen bis 2027: Limburg-Weilburg erneut als LEADER-Region anerkannt 

v.l.n.r.: Jörg Sauer (LAG-Vorsitzender, Claudia Kühn (Amt für den ländlichen Raum), Andreas Höfner (stellv. LAG-Vorsitzender), Anett-Christin Hochheim (Amt für den ländlichen Raum), Lars Wittmaack (Regionalmanager) und Dorothee Kirschbaum (Amt für den ländlichen Raum)
 

#StarkeHeimatGestalten – mit diesem Motto startete im Januar die Bewerbung der Region Limburg-Weilburg in den landesweiten Wettbewerb des Landes Hessen, um erneut EU-Fördermittel für Projekte im ländlichen Raum zu erhalten. Seit Mitte November steht jetzt fest: die im Frühjahr eingereichte Lokale Entwicklungsstrategie, die gemeinsam mit Kommunen, Vereinen und Bürgern durch zahlreiche Workshops, Umfragen und Veranstaltungen entstanden ist, hat zum gewünschten Erfolg geführt. Die Region Limburg-Weilburg wurde durch das Land Hessen für die Jahre 2023-2027 offiziell als eine von 24 LEADER-Regionen anerkannt und darf sich auf weitere Mittel aus dem Förderprogramm der Europäischen Union freuen.

Am 10. November übergab Ministerin Priska Hinz im feierlichen Rahmen im Kloster Eberbach dem ersten Kreisbeigeordneten Jörg Sauer einen Anerkennungsbescheid, der mit einem Fördermittelbudget in Höhe von rund 4,725 Millionen Euro für die Jahre 2023 bis 2027 verbunden ist. „Die erneute Anerkennung als LEADER-Region ermöglicht es, die seit 2015 erfolgreiche Umsetzung von Projekten im ländlichen Raum weiterzuführen.“ erläutert Jörg Sauer nach Erhalt des Anerkennungsbescheids und fügt hinzu: „Mein Dank geht an alle Akteure, die seit Monaten hier viel Energie und Herzblut in unsere gemeinsame Lokale Entwicklungsstrategie gesteckt haben. Es zeigt auch ein Stück weit auf, wie verbunden sich die Menschen ihrer Heimat fühlen und wie sehr sie unseren ländlichen Raum schätzen und mitgestalten möchten.“

Nach Angaben des Vereins Regionalentwicklung Limburg-Weilburg e.V., der in 2015 als Lokale Aktionsgruppe eingerichtet wurde und übergreifend und unabhängig regionale Vorhaben unterstützt, konnten in der vergangenen Förderperiode bereits über 35 Projekte mit 3,4 Millionen an Zuschüssen unterstützt werden. Die Aufstockung der Fördermittel auf nunmehr 4,725 Millionen Euro ermöglicht es dem Verein, in Zukunft einen größeren Handlungsspielraum bei der Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie zu nutzen. Interessierte können sich auf www.regionalentwicklung-limburg-weilburg.de einen Überblick über die Arbeit des Vereins machen, voraussichtlich im Frühjahr werden weitere Informationen zur neuen Förderperiode veröffentlicht.

Nils Roeder und Garry Lang gründen in schwierigen Zeiten

Dafür, dass Generalunternehmer, Planungsbüros sowie Bauleitungen bei der Vielzahl ihrer Projekte, Gewerke und zu koordinierenden Handwerker nicht den Überblick verlieren, sorgt Nils Roeder. Der Limburger Unternehmer brachte 2021 mit seiner ‚leancodes GmbH‘ eine bislang einzigartige digitale Projektmanagementplattform auf den Markt, die Planungsunternehmen von der Akquise über die Planung bis zur Projektsteuerung die Arbeit erleichtert und deutlich effektiver macht. Der studierte Informatiker und Fachmann für KI (Künstliche Intelligenz) beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit Projektoptimierungen und hat derzeit sechs Mitarbeiter, die über ganz Deutschland verstreut arbeiten. „Weil jeder bei uns von dem Ort arbeiten kann, wo er arbeiten möchte, finde ich trotz Fachkräftemangel die erforderlichen Softwareexperten im gesamten deutschsprachigen Raum. Das erleichtert mir die Suche und macht es für meine Mitarbeitenden leichter, sich für mein Unternehmen zu entscheiden und sich zu binden“, berichtet der gebürtige Frankfurter. So manches in seinem jungen Unternehmen entspricht der ‚New Work“-Philosophie. Veränderte Werte, neue Arbeitsformen und mehr Teilhabe prägen die Führungskultur. Sein Produkt hat der 42-Jährige bereits am Markt etabliert. „Bislang sind es vor allem Unternehmen, die neuen Softwarelösungen offen gegenüberstehen und schnell erkennen, dass unsere Lösungen bis zu dreißig Prozent an Effektivitätssteigerungen bringen. In einem nächsten Schritt wollen wir auch alle diejenigen mitnehmen, die bislang noch mit relativ einfachen Bordmitteln, wie Excel-Sheets, arbeiten“, blickt Roeder zuversichtlich in die Zukunft. Die Corona-Pandemie habe zwar dazu geführt, dass manche Unternehmen aus Unsicherheit zunächst kostenreduziert gearbeitet hätten. Die Auswirkungen auf sein Unternehmen seien allerdings übersichtlich gewesen, so der Unternehmer.

Bis zu hundert Arbeitsstunden in der Woche Keine Sorgen um seine Zukunft macht sich auch Garry Lang. Der Handwerksmeister hat sich im Oktober 2020 selbständig gemacht. Er bietet alle Leistungen rund um die Themen Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimainstallationen an. „Die Auftragsbücher quellen über und wenn ich meine Wochenenden im Büro mitzähle, komme ich auch mal auf hundert Arbeitsstunden in der Woche“, offenbart der Wilsenrother. Bis zu seiner Firmengründung habe er über die Jahre schon einen sehr großen Werkzeugpark angekauft, so dass er mitten in der Pandemie ohne finanzielles Risiko gründete. „Ich habe ganz alleine angefangen und mir nur ein gebrauchtes Firmenfahrzeug geleistet“, sagt der 29-Jährige rückblickend. Heute stehen zwei neue Transporter auf dem Hof. Der zweite wurde für den ersten Mitarbeiter angeschafft, der dieser Tage seine Arbeit aufnimmt. „Es gibt einfach keine Fachkräfte auf dem Markt und bin froh, dass der Geselle in meinen Betrieb gewechselt ist.“ Bereut hat Lang seine Gründung trotz der fehlenden Freizeit nicht. Lediglich kürzere Lieferzeiten für Anlagen und Ersatzteile würde er sich wünschen, um seinen Kunden längere Wartezeiten zu ersparen. Einmal stand seine Selbständigkeit auf Messers Schneide. Im September des letzten Jahres erlitt er bei einem unverschuldeten Motorradunfall schwerste Verletzungen. „Da musste ich zwei Monate völlig aussetzen und war mir nicht sicher, wie es weitergeht“, erinnert sich der Handwerker. Einige Blessuren sind noch immer nicht vollständig verheilt. „Das tut meiner Arbeit aber keinen Abbruch“ lächelt Lang, der Qualität und saubere Arbeit als Markenzeichen nennt.

25. Gründertag am 14. Juli in Limburg

Wer sich ebenfalls mit dem Gedanken einer Firmengründung oder -übernahme trägt, kann sich am Donnerstag, 14. Juli, ab 19 Uhr in der IHK Limburg beim 25. Limburger Gründertag kostenlos von Experten beraten lassen und Vorträge besuchen. Dort werden neben Garry Lang auch zwei weitere Existenzgründer über ihren Start in die Selbständigkeit berichten. Veranstaltet wird der Gründertag von der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, IHK Limburg, Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez und der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar.

Abschlussveranstaltung des bundeslandübergreifenden Projekts zur Fachkräftesicherung

Am 24. März 2022 fand die Abschlussveranstaltung des länderübergreifenden Strategieprozesses zur bedarfsgerechten Arbeits- und Fachkräftesicherung statt. Über 30 Teilnehmer folgten der Einladung der Lokalen Aktionsgruppen Lahn-Taunus und Limburg-Weilburg in die Räumlichkeiten der Lebenshilfe Limburg Diez.

„Wenn wir es schaffen, dass die Menschen hier in unseren Regionen bleiben, oder in unsere Region kommen, dann haben wir nicht nur für die Fachkräfte etwas getan, sondern auch für uns als Region. Mit LEADER haben wir gute Möglichkeiten, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen“, so wurde die Veranstaltung eröffnet durch Silvia Scheu-Menzer, Vertreterin der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Limburg-Weilburg und Bürgermeisterin der Gemeinde Hühnfelden.

Initiiert durch eine Kooperationsvereinbarung der Lokalen Aktionsgruppen Lahn-Taunus und Limburg-Weilburg startete im Oktober 2019 ein länderübergreifender Strategieprozess zur bedarfsgerechten Arbeits- und Fachkräftesicherung. In diesem Prozess tauschten sich Institutionen, Unternehmen und lokale Akteure aus Hessen und aus Rheinland-Pfalz in vier thematischen Arbeitsgruppen zu verschiedenen Ansätzen der Fachkräftesicherung aus und entwickelten gemeinsamen Lösungen, die nun präsentiert wurden.

Sabine Ksoll (Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Diez) und Lars Wittmaack (Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Limburg-Weilburg-Diez) resümierten kurzweilig den Prozess der Maßnahmenentwicklung. Eine der entwickelten Maßnahmen ist die neue Informationsplattform für die Region mit allen wichtigen Verlinkungen zum Beispiel zu Jobbörsen, Veranstaltungsseiten oder Immobilienplattformen. Tanja Steeg von der Wirtschaftsförderung Rhein-Lahn gab einen kurzen Einblick in diese Plattform, deren Ziel es ist, für potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer alle wichtigen Informationen zu bündeln. Für Unternehmen wurde die Maßnahme „Förderangebot-Lotsen“ entwickelt, die eine Unterseite zu den Webseiten der Wirtschaftsförderungsgesellschaften ist und Hinweise zu Fördermöglichkeiten bietet.

Julia Haag von der Agentur für Arbeit Lahnstein/Diez präsentierte ein neues Austauschformat zu Aus- und Weiterbildungsbedarfen. Im Vorfeld zu den jährlichen Bildungszielplanungen möchte die Agentur für Arbeit mit den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern der Region ins Gespräch zu kommen. In einer Art Speed-Dating gibt es zunächst einen Austausch zwischen Arbeitgebern und Bildungsträgern zu Qualifizierungsbedarfen einerseits und dem Angebot andererseits. An diesem Punkt können bereits erste Anregungen zu Angebotserweiterungen aufgenommen werden. Im zweiten Schritt folgt der Austausch zwischen Unternehmen und den Arbeitsagenturen und Jobcentern, die wiederum Anregungen für ihre Beratung von Arbeitssuchenden hinsichtlich gefragter Qualifizierungen sowie für ihre Bildungszielplanungen aufnehmen. Das erste Speed-Dating ist bereits für Mai 2022 geplant.

Ein Projekt, welches im Laufe des Prozesses neu hinzugekommen war, ist das sogenannte „Leuchtturm“-Projekt. Initiator Marcus Glinka von der Schaefer Kalk GmbH & Co. KG stellte das Projekt vor: „Wir haben im Unternehmen sehr interessante Ausbildungsberufe, die niemand kennt. Deshalb bekommen wir auch kaum Bewerbungen für solche Nischenberufe. Das möchten wir gerne ändern“. Ziel des Projekts ist die Umsetzung einer Kampagne zur Erhöhung der Sichtbarkeit von weniger bekannten Ausbildungsberufen mittels vielseitig einsetzbarer Videoclips. Nach einer ersten Kostenkalkulation wurde schnell festgestellt, dass die Finanzierung ein großes Hindernis darstellt. Abhilfe kam von Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Lahn, die die Projektidee aufgriff und an ein dort bestehendes Projekt andockte. Ein erster Pilotclip soll im Laufe dieses Jahres entstehen.

Claudia Maisner von der Handwerkskammer Koblenz stellte ihr Projekt zur Betriebsnachfolge vor. Da in den nächsten Jahren für sehr viele Betriebe im Kammerbezirk die Übergabe des Unternehmens ansteht, ist hier dringender Beratungsbedarf gesehen worden. Daher hat die HWK Koblenz im vergangenen Jahr intensiv an digitalen Wergzeugen wie z.B. der digitalen Nachfolgewerkstatt gearbeitet, in der Übergabe- sowie Übernahmefahrpläne individuell und digital erstellt werden können. Ein weiterer Baustein ist eine Matching-Plattform mit anonymer Datenbank, um Unternehmerinnen und Unternehmer mit potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern zusammenzubringen.

Begleitet wurde der gesamte Strategieprozess vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt. Das Institut erarbeitete die Fachkräftestrategie für den Wirtschaftsraum sowie einen umfangreichen Initiativen-Katalog, der viele bereits bestehende Initiativen zur Fachkräftesicherung in der Region auflistet. Dr. Christa Larsen, Leiterin des IWAK, fasste zum Ende der Veranstaltung mit einem Blick von außen die Erfolge sowie Hindernisse während des Prozesses zusammen: „Ich bin beeindruckt, was an Maßnahmen entwickelt wurde und wie der Prozess mit Leben gefüllt wurde. Mit einem Blick von außen kann man schon sagen: hier wurde ein erfolgreicher Weg eingeschlagen, den es nun mit vereinten Kräften fortzusetzen gilt“, schlussfolgerte Dr. Christa Larsen.

Die Lokalen Aktionsgruppen Lahn-Taunus und Limburg-Weilburg bewerben sich aktuell zur erneuten Anerkennung als LEADER-Region für die Förderperiode 2023-2029. Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur weiteren länderübergreifenden Zusammenarbeit wurde der Grundstein zur Fortführung des Prozesses gelegt.

Zum Abschluss der Veranstaltung bekräftigte Michael Schnatz als Vertreter der LAG Lahn-Taunus und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez erneut die Wichtigkeit der länderübergreifenden Zusammenarbeit für die Region: „Ich danke den Mitgliedern der Arbeitsgruppen für ihre bisherige, fruchtbare Arbeit. Das Thema Fachkräfte kann man nur gemeinsam angehen, und das haben wir getan. Es hat sich schnell im Projekt ein „Wir-Gefühl“ entwickelt und dieses hat bei allen Akteuren sowohl Motivation als auch Identität geschaffen. Ich freue mich auf die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit!“

Nachstehend finden Sie weitere Informationen zur Fachkräftestrategie als Download:

 

Neue Broschüre „AUSFLUGSTIPPS 2022“ für den Landkreis Limburg-Weilburg erschienen

Die seit Jahren beliebte Broschüre „AUSFLUGSTIPPS“ ist Anfang Februar in einer neuen, überarbeiteten Auflage für das Jahr 2022 erschienen. Im neuen Gewand und auf insgesamt 52 Seiten, bündelt die Broschüre im praktischen Taschenformat das kreisweite Freizeit- und Kulturangebot in der Region Limburg-Weilburg übersichtlich und auf einen Blick. Die durch die Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez gemeinsam mit den Städten und Gemeinden des Landkreises entwickelte Broschüre, bietet seit Jahren eine erste Orientierung für Tages- und Wochenendbesucher, Urlauber und Geschäftsreisende und ist mittlerweile als fester Bestandteil für den regionalen Tourismus nicht wegzudenken.

„Die Nachfrage an der Broschüre ist in den letzten 2 Jahren auf Grund der Pandemie stark gestiegen.“, erläutert WFG-Geschäftsführer Lars Wittmaack. „Die Bürger*innen sind in dieser schwierigen Zeit dem heimischen Tourismus ein Stück weit nähergekommen und wir freuen uns, gemeinsam mit dem Landkreis einen gesammelten Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten bieten zu können.“ Die neue Broschüre informiert aufgegliedert für die einzelnen Gemeinden übersichtlich über Öffnungszeiten, Ansprechpartner und eventuell anfallende Eintrittspreise. Landrat Michael Köberle betont auch die Wichtigkeit des Tourismus für die Region: „Über 170 verschiedene touristische Angebote und Sehenswürdigkeiten in 19 Gemeinden sind ein deutliches Zeichen für die touristische Vielfalt im Landkreis Limburg-Weilburg. Man erkennt daran auch die Wichtigkeit des Tourismus als weitere, wirtschaftliche Säule für unsere Region.“

Die Broschüre „Ausflugstipps 2022“ ist ab sofort kostenfrei erhältlich in allen Bürgerbüros der Gemeinden und im Kreishaus, Schiede 43, 65549 Limburg.

Die Region Limburg-Weilburg bewirbt sich um neue Fördergelder für den ländlichen Raum

Durch die Anerkennung als LEADER-Förderregion Limburg-Weilburg wurden in den letzten Jahren viele Projekte mit Hilfe von Fördermitteln von EU, Bund und Land im ländlichen Raum umgesetzt. So wurden beispielsweise die Kleine Kelterei in Mensfelden, das Regionenmarketing Goldener Grund, die Ausbildungsmesse DO IT! und der Brunnenplatz in Merenberg gefördert. Im Zeitraum der letzten Förderperiode von 2014 bis 2021 konnten insgesamt 35 private sowie kommunale Projekte mit einer Fördersumme von 3,4 Millionen Euro gefördert werden. Über das sogenannte Regionalbudget konnten insbesondere kleinere Projekte von Vereinen und Ehrenamtlichen bezuschusst werden. Alleine hier wurden Fördermittel in Höhe von insgesamt 133.000 Euro für die Region gewonnen. Die Entwicklung der Region Limburg-Weilburg konnte durch LEADER wesentlich vorangebracht werden.

Nun möchte der Verein Regionalentwicklung Limburg-Weilburg e.V., dem die Durchführung und Umsetzung obliegt, die erfolgreiche Arbeit fortsetzen und bewirbt sich für eine neue LEADER-Förderperiode im Zeitraum 2023 bis 2027. Voraussetzung für diese Bewerbung ist die Erstellung einer umfangreichen Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) für die Region. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen und Organisationen aus der Region soll die LES mit Unterstützung der beauftragten Agentur 360smart bis Ende Mai 2022 entwickelt werden. Ziel der EU ist es, mit dem LEADER-Förderprogramm gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, im Wesentlichen für das Leben in der ländlichen Region. Und so wird der erste Schritt zur Erstellung der LES eine Online-Umfrage mit Laufzeit bis Mitte März 2022 sein, um Bürgerinnen und Bürger zur Entwicklung der Region und der Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse befragen zu können. In acht Workshops sollen anschließend die Handlungsfelder Daseinsvorsorge, wirtschaftliche Entwicklung, Bioökonomie sowie Naherholung und Landtourismus diskutiert und bearbeitet werden. Dafür werden je Handlungsfeld zwei Workshops durchgeführt, mit dem Ziel, Defizite zu erkennen und erste Projektideen zu entwickeln.

Die Termine der Workshops werden auf der Webseite des Vereins Regionalentwicklung Limburg-Weilburg e.V. unter www.regionalentwicklung-limburg-weilburg.de/workshops, deren Facebook-Auftritt sowie in der lokalen Presse und den Gemeindeblättern bekanntgegeben. Der Verein Regionalentwicklung Limburg-Weilburg e.V. freut sich auf eine rege Beteiligung durch Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Institutionen und Unternehmen.

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Unternehmensbesuch bei Qirmbach Fahrzeugeinrichtungen GmbH in Waldernbach

Unternehmensbesuch in Waldernbach (von links): Landrat Michael Köberle, Geschäftsführer Thomas Quirmbach und der Mengerskirchener Bürgermeister Thomas Scholz.Foto: Landkreis Limburg-Weilburg

Landrat Michael Köberle und der Mengerskirchener Bürgermeister Thomas Scholz haben sich bei einem Besuch der Quirmbach Fahrzeugeinrichtungen GmbH in Waldernbach sehr angetan von dem kleinen, jedoch dynamisch wachsenden Unternehmen im Westerwald gezeigt.

Optimale Arbeitsbedingungen schaffen
„Unser Bestreben ist es, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen – und dies tun wir mit Leidenschaft und großem Know-how. Der Service am Kunden und eine optimale Betreuung stehen bei uns an höchster Stelle, denn wir identifizieren uns mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Und weil wir einen hohen Qualitätsanspruch haben, arbeiten wir ausschließlich mit renommierten Anbietern zusammen, um unseren Kundinnen und Kunden hochwertige, individuelle und flexible Lösungen für ihre Fahrzeuge zu bieten“, erläuterte Geschäftsführer Thomas Quirmbach.


Die Systeme des Unternehmens bieten Innenausbau mit strukturiertem Stauraum.
Die Fahrzeugeinrichtungen sind universell konfigurier- und erweiterbar und bieten höchste Sicherheit. Mit zwei CNC-Maschinen wird die Laderaumverkleidung passgenau aus den Werkstoffen Holz, Kunststoff und Aluminium im eigenen Haus gefertigt, was stets kurze Lieferzeiten sichert. Mit einer 3D-Planungssoftware wird in kurzer Zeit eine ganz persönliche Fahrzeugeinrichtung erstellt.

Auch beim Zubehörsortiment setzt das Unternehmen bei der Auswahl seiner Lieferanten auf Qualität.
Alle Beschriftungen werden durch einen erfahrenen und im Haus ansässigen Partner angebracht. Von der Gestaltung bis hin zur Montage erfolgt somit alles aus einer Hand. Die Quirmbach Fahrzeugeinrichtungen GmbH bietet aber auch gebrauchte Einrichtungen namhafter Hersteller, die meist aus Leasing-Rückläufen stammen und etwa zwei bis vier Jahre alt sind. Mit einer Hackschnitzelanlage versorgt sich das Unternehmen komplett selbst mit der benötigten Wärme.
Zudem plant man die Installierung einer PV-Anlage (99 Kilowatt-Peak), womit der selbst benötigte Strom komplett eigenproduziert und zudem noch Strom in das Netz eingespeist werden könnte.

2019 startete der Betrieb in der eigenen Produktionshalle mit Bürogebäude in Waldernbach
2007 wurde die Einzelunternehmung Quirmbach Fahrzeug- und Betriebseinrichtungen mit Firmensitz in Waldernbach gegründet, 2011 folgte der Umzug nach Mengerskirchen und die Umwandlung der Einzelunternehmung in Quirmbach Fahrzeugeinrichtungen GmbH. 2019 startete der Betrieb in der eigenen Produktionshalle mit Bürogebäude in Waldernbach. „Heute produzieren und arbeiten wir in einer eigenen Betriebsstätte von 1.200 Quadratmetern auf einem Grundstück von insgesamt 5.000 Quadratmetern, beschäftigen 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und entwickeln uns kontinuierlich weiter“, so Thomas Quirmbach. Landrat Michael Köberle betonte abschließend: „Mir ist es sehr wichtig, den Kontakt zu den Unternehmen unseres Landkreises Limburg-Weilburg zu pflegen. Auch hier bei der Quirmbach Fahrzeugeinrichtungen GmbH habe ich spannende Einblicke in den Produktionsablauf erhalten.“

Quelle: Landkreis Limburg-Weilburg (Presseabteilung)