Logistik wird immer wichtiger

logistik-2011-05-10-bonaAufgrund der fortschreitenden Globalisierung und der weiteren Öffnung europäischer Märkte wird der Transportlogistik eine immer wichtiger werdende Bedeutung zukommen. Die Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez GmbH (WfG) hat daher in einer weiteren Fachveranstaltung Trends und Nachhaltigkeitsaspekte in der Transportlogistik beleuchtet und konnte hierzu als Referenten den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. Prof. Dr. Karlheinz Schmidt gewinnen.

WfG Geschäftsführer Walter Gerharz und die Managerin HR, Frau Angelika Kühn-Kiehl, konnten beim Gastgeber BONA in Limburg über 50 Vertreter von lokalen Transport- und Logistikunternehmen sowie von Banken und Behörden begrüßen. Dass die Wirtschaftsregion Limburg-Weilburg-Diez ein hervorragender Logistikstandort ist, stellte Helmut Kasper von der BONA GmbH Deutschland, heraus. Das schwedische Unternehmen, welches sich auf die Pflege von Böden spezialisiert hat, steuert von Limburg aus die Produktion und den Vertrieb für gesamt Europa und neuerdings auch nach Übersee.

Prof. Dr. Karheinz Schmidt erläuterte in seinem Vortrag sehr eindrucksvoll die wirtschaftliche Bedeutung der Transportlogistik. Allein in 2009 seien in Deutschland mit 2,65 Mio. Arbeitsplätzen 200 Mrd. € branchenübergreifender Umsatz erwirtschaftet worden. Seit 2006 bis zur Wirtschaftskrise sei der deutsche Logistikmarkt stärker als das BIP gewachsen (im Durchschnitt jährlich um ca. 8 %). Auch für 2010 und 2011 werde – bei angenommener Fortsetzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung – von einem Logistikmarktwachstum in Höhe von 4 bis 5 % jährlich ausgegangen. Dabei seien Deutschland, Frankreich und Großbritannien (entsprechend ihrer Wirtschaftskraft und Bevölkerungsstärke) die größten Logistikmärkte der EU. Von den osteuropäischen Ländern habe Polen den größten Logistikmarkt mit etwa 29 Mrd. € vor Rumänien und der Tschechischen Republik (jeweils 10 Mrd. Euro).

Als Herausforderung wurden von ihm europaweite, integrierte Logistiknetzwerke gefordert, um dem erweiterten Leistungsangebot durch den Einsatz von Internetplattformen gerecht zu werden. Künftig müssten noch mehr die hohen Qualitätsanforderungen an die Leistung im Fordergrund stehen, weshalb eine zunehmende Einbindung in Beschaffungs- und Produktionsprozesse der Auftraggeber notwendig sei. Der Logistikdienstleister trete insoweit als „Bindeglied“ auf. Als Vertreter eines Interessenverbandes ging Prof. Schmidt auch sehr kritisch mit der Bundespolitik um. Im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr betrage der Anteil deutscher Spediteure nur rd. 25 %, insbesondere der hohe Anteil polnischer Unternehmen lasse erkennen, dass deutsche Unternehmen in einer wachsenden Branche nur unverhältnismäßig profitierten.

Mit großer Sorge verfolge er den wachsenden Güterfernverkehr bei immer schlechter werdenden Bundesfernstraßen. Hier würden bei weitem nicht die Investitionen getätigt, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Er bescheinigte der Wirtschaftsregion Limburg-Weilburg-Diez, dass durch die BAB A3 und die B49 gute Potentiale in der Logistikbranche bestehen. Diese Potentiale wurden von Martin Rudersdorf, Beauftragter für Wirtschaftsförderung, beleuchtet, der auf die Gewerbe- und Industrieflächen entlang der BAB A3 und der B49 einging. Im Ergebnis, so Rudersdorf, könne die Region entsprechende logistische Anfragen bedienen, gleichwohl sei die Auswahl an hierfür notwendigen großen Industrieflächen mit einem 24-Stunden Betrieb eher gering. Hier sei die lokale Politik gefordert, im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplanes zeitnah zu reagieren.

Über Logistikförderung und Netzwerke referierte Herr Roland Nestler, Prokurist beim RKW Hessen GmbH. Das RKW wurde 1921 gegründet und ist eine Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Wirtschaft und Teil eines bundesweiten Berater-Netzwerkes. Herr Nestler informierte das Fachpublikum über die beim RKW bestehende Arbeitsgemeinschaft Materialfluss und Logistik. Siebenmal jährlich trifft sich diese Arbeitsgemeinschaft zum Erfahrungsaustausch, um über aktuelle Fragen und Lösungsansätze aus den Bereichen innerbetriebliche Logistik, Transport etc. zu diskutieren. Praxisorientierte Vorträge von Experten und Exkursionen in innovativen Unternehmen sind zentrale Elemente. Am Ende der gut zweistündigen Veranstaltung zog der WFG Geschäftsführer Walter Gerharz eine positive Bilanz und bedankte sich bei den Referenten und den Gästen. Die Referenten hätten fundiert dargestellt, welches Potenzial heute in der Logistikbranche stecke und welche Chancen sich dadurch für die Region mit ihrer hervorragenden Standortgunst bieten. Besonders bedankte sich der Geschäftsführer bei Frau Kühn-Kiehl von der Firma Bona, und zwar nicht nur für die großzügige Gastfreundschaft sondern auch für das deutliche Bekenntnis zum Standort Limburg-Weilburg-Diez.

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